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4. Juli 2007

Heilen verboten, Töten erlaubt

Heilung verboten, Töten erlaubtvon Kurt G. Blüchel
ISBN: 3570007030
Preis: € 22.90

“Wenn die Gesundheitsszene jetzt nicht so viel mit sich selbst zu tun hätte, würde sie möglicherweise aufschreien. Denn das ist schon hart, was Wissenschaftsautor Kurt G. Büchel über „Die organisierte Kriminalität im Gesundheitswesen“, so der Untertitel seines Buches “Heilen verboten, Töten erlaubt” , zu berichten weiß. Unwissenheit und Betrug, Schlamperei und Ignoranz,unglaubliche Bestechlichkeit und unerträgliche Gewinnsucht: das alles sagt er dem Berufsstand der Mediziner nach - und belegt diese Aussage eindrucksvoll. Den Beweis dafür, dass das deutsche das beste Gesundheitssystem weit und breit sei, wie es von der Gesundheitslobby (Blüchel nennt auch dazu Ross und Reiter) allenthalben proklamiert wird, bleiben deren Gutredner schuldig, denn die Fakten sprechen eine andere Sprache. Was Ärztefunktionäre im Zusammenhang mit jüngsten Abrechnungsbetrügereien als Ausnahmen und Randerscheinungen deklarieren, hat, wie Blüchel zeigt, Methode und wird in großem Stil betrieben. Zum Schaden der Krankenkassen und Beitragszahler, in erster Linie aber auf Kosten der Patienten.

Wie notwendig zum Beispiel eine qualifizierte Fortbildung für die Ärzteschaft ist, belegt der Autor an einer Vielzahl von Fakten. Zitat: „Kritische Ärzte schätzen, dass jedem Arzt pro Jahr wenigstens ein grober Schnitzer unterläuft, mindestens jeder vierte einen Todesfall zu verantworten hat – bei insgesamt 270.000 in Kliniken und niedergelassenen Praxen tätigen Medizinern wären das fast 70.000 Tote jährlich.“ Einen Ärzte-TÜV aber weisen Standesverbände brüsk zurück, strukturierte Behandlung nach Leitlinien gilt ihnen als „Listenmedizin“. Der Gesunde kann sich noch darüber wundern, ist er aber einmal Patient, wird es ihm schmerzhaft zu Bewusstsein kommen.

Wie auch dies: Ärztliche Fehler, Falschbehandlungen, Desinformation und unterlassene Hilfeleistungen sind vor Gericht kaum einzuklagen. Nur wenige Gutachter finden sich bereit, gegen die eigenen Kollegen zu entscheiden, den Gerichten aber fehlen Sachkenntnis und Übersicht. In weiteren Kapiteln setzt sich Blüchel auch mit der Pharmazeutischen Industrie auseinander, die an hochgiftigen, naber dafür wenig wirksamen Arzneimitteln Milliarden verdienen und in deren erklärtes Ziel der medikalisierte Patient ist. Aufschlussreich und bedrückend zugleich ist auch der Ausflug in die unrühmliche Vergangenheit deutscher Ärzte, die sich wie kaum ein anderer Berufsstand mit dem Nationalsozialismus verbanden, dafür aber bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen wurden.

Der - hoffentlich! - beunruhigte Leser fragt sich: Soll ich dies meinen Freunden zu lesen geben, das Buch weiterempfehlen? Wir alle sind doch vielleicht irgendwann Patienten, natürlich mit dem Wunsch nach Vertrauen in die uns behandelnden Ärzte. Mein Rat: geben Sie das Buch weiter, es informiert seriös und faktenreich. Das Vertrauen zu Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt wird - wenn es aufgebaut ist - dafür dann aufgeklärter sein.”

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